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Frankfurt-Bonames entdecken: der unterschätzte Stadtteil im Norden Frankfurts

Frankfurt-Bonames war für mich lange nur der Stadtteil, durch den ich während meiner Fahrstunden kurvte. Ein paar Fachwerkhäuser am Ortseingang – mehr blieb mir nicht im Gedächtnis. Doch wie so oft bei meinen Touren zeigte sich: Wer genauer hinschaut, entdeckt auch hier Überraschendes. Also, kommt mit, auf eine Entdeckungstour durch Bonames!

Wie viele andere heutige Stadtteile gehörte auch Bonames nicht immer zu Frankfurt. Am 1. April 1910 wurde es mit 10 weiteren Dörfern aus dem Landkreis Frankfurt in die Stadt Frankfurt am Main eingemeindet. Heute liegt Frankfurt-Bonames im Norden der Stadt und grenzt an die Stadtteile Frankfurter Berg, Kalbach-Riedberg, Nieder-Eschbach und Harheim. 

Zum Sondermann im Nordpark

Für mich ging’s als Erstes in den Nordpark an einem Altarm der Nidda. Dort findet ihr neben der Wildnis auch den Sondermann: das 13. Objekt der Reihe „Komische Kunst im Grüngürtel“. Leider wurde ihm bereits so oft die Nase abgeschlagen, dass er keine neue mehr bekommt. Und so steht er nasenlos herum. 

Der historische Kern: Wir erkunden Alt-Bonames

Direkt am Eingang des Stadtteils Frankfurt-Bonames begrüßen euch einige Fachwerkhäuser und „Einfahrt verboten“-Schilder. 

In einem der Fachwerkhäuser befindet sich das traditionsreiche Gasthaus Zum Einhorn. Darüber thront am Hang das Metzler‘sche Palais. Der Architekt Rudolf Burnitz baute das klassizistische Palais 1827 im Auftrag der Frankfurter Kaufmannsfamilie „Tee-Schmidt“. Er integrierte dabei einen Turm der alten Stadtmauer. In den Besitz der Familie Metzler gelangte es durch eine Heirat im 20. Jahrhundert.

Ganz in der Nähe befinden sich zwei weitere sehenswerte Gebäude: Die Goldene Gerste aus dem Jahr 1615, erweitert 1722 und 1747 und die evangelische Kirche, deren barocker Saalkirchen-Stil sich an der Frankfurter Katharinenkirche orientiert. So ist Bonames enger mit der Innenstadt verbunden als gedacht. 

Frankfurt-Bonames: Auf dem Pilgerweg

Von Mainz nach Fulda führt die Bonifatiusroute. Der Pilgerweg geht genau entlang der Route, auf der im Jahr 754 die Gebeine des heiligen Bonifatius überführt wurden. Und mitten auf dem Weg liegt Frankfurt-Bonames. Am Schaukasten der katholischen St. Bonifatius-Kirche können sich Pilgerinnen und Pilger einen Stempel abholen. 

Zudem steht direkt neben der Kirche ein architektonisches Juwel: die Bonifatiuskapelle. Der Architekt Martin Weber ließ sie 1932/33 bauen, mitten in der Wirtschaftskrise. Ein Oktogon aus Holz im Stil der „Neuen Sachlichkeit“. Damals eine praktische Notlösung und heute eine Besonderheit in Frankfurt. Nach dem Bau der größeren St. Bonifatius-Kirche in den 1960er Jahren dient die denkmalgeschützte Kapelle heute als Gemeindesaal.

Wohnen in Frankfurt-Bonames

Abseits vom Ortskern gibt’s in Bonames vor allem Wohngebiete. Die meisten werden bestimmt direkt an die Siedlung Ben-Gurion-Ring denken. Die Siedlung habe ich bei dieser Stadtteiltour allerdings nur aus der Ferne gesehen. Anders, als viele denken, gehört sie gar nicht nur zu Frankfurt-Bonames, sondern auch zu Nieder-Eschbach. Und im Rahmen meiner Tour durch Nieder-Eschbach war ich bereits in der Siedlung unterwegs. Stattdessen war ich unter anderem in der Hugo-Sinzheimer-Straße und der Ludwig-Ruppel-Straße unterwegs. Diese Eindrücke habe ich dort eingefangen:

Wusstet ihr das schon über Frankfurt-Bonames?

Was mich bei meinen Recherchen zu Frankfurt-Bonames überrascht hat: Bereits 1850 erhielt das damalige Dorf Bonames im Zuge des Baus der Main-Weser-Bahn einen eigenen Bahnhof. Die gleichnamige Eisenbahngesellschaft errichtete die Hauptstrecke als Verbindung zwischen Kassel und Frankfurt.

Der Bahnhof selbst liegt heute am Rand des Stadtteils Frankfurter Berg und genau so heißt er seit 1986 auch: Frankfurt-Frankfurter Berg. Wenn ihr euch jetzt wundert, weil es den Stadtteil offiziell erst zehn Jahre später gab, hier die Erklärung: Der Frankfurter Berg war zuvor eine Siedlung, die zu den drei Stadtteilen Bonames, Berkersheim und Eschersheim gehörte. Wenn ihr mehr über den Frankfurter Berg erfahren wollt, könnt ihr hier weiterlesen!

Zum Schluss hoffe ich, dass ihr Neues über Frankfurt-Bonames erfahren habt und freue mich, wenn ihr mich weiter bei meinen Entdeckungen begleitet!

Jedem Stadtteil habe ich zum Start meines Projekts eine zufällige Frage zugeteilt. Während meiner Tour durch den Stadtteil suche ich eine Antwort. Die Antwort halte ich in einem Bild und ohne weitere Erklärung fest:

#FragDenStadtteil Frankfurt-Bonames: Was inspiriert dich?

Überblick über Frankfurt-Bonames

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