Stadtteile

Frankfurt-Dornbusch: 7 sehenswerte Orte

„Dieser Stadtteil ist jetzt aber wirklich nicht so spannend…“ Dieser Satz ging mir bereits öfter durch den Kopf, wenn ich kurz vor der Recherche für eine kommende Stadtteiltour stand. Auch Frankfurt-Dornbusch wirkte auf den ersten Blick nicht besonders interessant, was sich auf den zweiten Blick als vollkommen falsch herausstellte. 

Der Stadtteil Dornbusch verdankt seinen Namen den Dornbüschen, die im Gebiet des Stadtteils vorrangig wuchsen, als er 1946 aus Teilen von Ginnheim und Eckenheim gebildet wurde. Anders als einige andere Stadtteile Frankfurts ist Dornbusch somit kein ehemaliges Dorf, das eingemeindet wurde und dem Stadtteil fehlt dadurch ein alter Stadtkern, der einen Mittelpunkt bildet. Zusätzlich wird der Stadtteil vom Linienast A (U1, U2, U3 und U8) in zwei Hälften zerteilt. Was die einen stört, ist für die anderen sehr praktisch, denn Frankfurt-Dornbusch ist dadurch schnell und einfach zu erreichen.

Auch der erste interessante Ort in Frankfurt-Dornbusch hat etwas mit der U-Bahn zu tun:  

1. U-Bahnunterführung Dornbusch

Zur Haltestelle Dornbusch gehört die längste Unterführung von ganz Frankfurt. Sie wurde 1992 von Peter Pininski gestaltet und trägt den Namen „Menschenfamilie“. Das Leitmotiv der Unterführung ist die Darstellung des Männlichen und des Weiblichen. In den Wandkacheln und unterschiedlichen Handläufen spiegeln sich das männliche und das weibliche Prinzip wider. Im Bereich des männlichen Prinzips sind die Kacheln bläulich und die Handläufe eckig. Das weibliche Prinzip wird durch rosa/rötliche Kacheln und runde Handläufe repräsentiert.

2. Haus Dornbusch

Das alte Haus Dornbusch wurde 1960 eröffnet und war das erste Bürgergemeinschaftshaus Hessens. Mittlerweile steht an derselben Stelle das neue Haus Dornbusch. Es bietet den Platz für große und kleine Veranstaltungen und Begegnungen.

Das Konzept der Saalbauten, das sich im Stadtteil Dornbusch und vielen weiteren Stadtteilen Frankfurts wiederfindet, ist dem Prinzip des Dorfgemeinschaftshauses nachempfunden. Speziell in Hessen wurden in den 1950er Jahren Dorfgemeinschaftshäuser, öffentlich finanzierte Gebäude zur gemeinschaftlichen Nutzung gebaut, um kulturelles Leben zu fördern. Aufgrund des schnellen Wachstums der Stadtteile fehlte es in den Frankfurter Stadtteilen an sozialen Einrichtungen. Dem sollte das „Bürgerhausprogramm“ entgegenwirken, das als neuartig galt und dadurch viel Aufmerksamkeit bekam.  

3. Anne-Frank-Geburtshaus in Frankfurt-Dornbusch

Als Anne Frank am 12. Juni 1929 geboren wurde, lebte ihre Familie im Haus Marbachweg 307. Heute wird mit einer Gedenkstele vor dem Haus an die ehemaligen Bewohner erinnert. Bevor die Familie Frank Frankfurt 1934 verließ, lebte sie für drei Jahre in der Ganghoferstraße – ebenfalls im Stadtteil Dornbusch.

“Einmal wird dieser schreckliche Krieg doch vorbeigehen, einmal werden wir doch wieder Menschen und nicht nur Juden sein!“

Aus Anne Franks Tagebuch am 11. April 1944

4. Bertramshof

Die Geschichte des Geländes, auf dem der Bertramshof steht, reicht mindestens bis ins Jahr 1313 zurück, in dem es erstmals indirekt urkundlich erwähnt wurde. Ursprünglich befand sich auf dem Gelände der Kühnhornshof, der 1660 vom Frankfurter Patrizier Heinrich von Bertram erworben wurde.

Bertramshof in Frankfurt-Dornbusch

Nachdem das Anwesen immer mehr verfiel und schließlich fast komplett abgerissen wurde, wurde der Bertramshof, benannt nach Heinrich von Bertram, 1888 durch Freifrau Louise von Rothschild erbaut. Die Räumlichkeiten des Ensembles aus Gutshof, Wasserturm, Stallungen und Scheunen gehören heute u.a. zum Hessischen Rundfunk.

5. Andreaskirche in Frankfurt-Dornbusch

Turm der Andreaskirche Frankfurt-Dornbusch

Die evangelische Andreaskirche wurde 1959 eingeweiht und steht unter Denkmalschutz. Im Kirchturm gibt es drei Bronzeglocken, die insgesamt 3.026 kg schwer sind und in es’, f’ und as’ klingen. Wer ein absolutes Gehör hat, kann dies beim nächsten Besuch in Frankfurt-Dornbusch gerne überprüfen.

6. Sinai-Wildnis

Zwischen den Haltestellen Fritz-Tarnow-Straße und Hügelstraße liegt der Sinai-Park. Das ehemalige Gebiet einer Gärtnerei ist nun ein großzügiger Park mit Wiesen zum Sonnen oder Fußballspielen und mehreren Spielplätzen. Am Rand des Parks liegt die sogenannte „Sinai-Wildnis“, ein Naturschutzgebiet, das nur von schmalen Pfaden durchzogen ist. Ein wunderbarer Ort, um kurz abzutauchen und aus der Stadt Frankfurt zu verschwinden.

7. Frankfurt-Dornbusch: Eine richtige Rechnung und vieles mehr

Zum Schluss ein Blick auf die kleinen Dinge, die gerne übersehen werden. Gerade diese Kleinigkeiten machen einen Stadtteil besonders, da sie meist durch die Menschen entstehen, die im Stadtteil oder irgendwo in Frankfurt leben und ihn dadurch lebendig gestalten. Dazu können Sticker, besondere Hausnummern und vieles mehr gehören. 

Viel Spaß beim weiteren genauen Hinschauen – es lohnt sich!

Jedem Stadtteil wird vor meinem Besuch eine zufällige Frage zugeteilt. Während meiner Tour durch den Stadtteil suche ich eine Antwort. Die Antwort halte ich in einem Bild fest:

#fragdenstadtteil Frankfurt-Dornbusch - Was macht Frankfurt besonders?

Wie würdest du die Frage beantworten?

7 Comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.